Pferdegestützte Intervention
Die pferdegestützte Intervention ist eine ganzheitliche Methode, bei der das Pferd gezielt in den Entwicklungs-, Lern- und Unterstützungsprozess einbezogen wird. Durch den Kontakt und die Begegnung mit dem Pferd können vielfältige Erfahrungen ermöglicht und persönliche Ressourcen gestärkt werden.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht ausschließlich das Reiten. Auch die Bodenarbeit, die Pflege und Versorgung des Pferdes, gemeinsame Bewegungsangebote sowie die nonverbale Kommunikation können wertvolle Bestandteile einer Intervention sein.
Die Begegnung mit dem Pferd bietet einen besonderen Erfahrungsraum: Pferde reagieren unmittelbar und authentisch auf Körpersprache, Stimmung und Verhalten. Dadurch können unter anderem Selbstwahrnehmung, Selbstvertrauen, soziale Kompetenzen, Kommunikation, Konzentration und Verantwortungsbewusstsein gefördert werden.
Pferdegestützte Interventionen können Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen begleiten und individuell an ihre Bedürfnisse und Ziele angepasst werden.
Ähnlich wie pferdegestützte Therapie – aber mit einem anderen Schwerpunkt
Die pferdegestützte Intervention ist der pferdegestützten Therapie in vielen Bereichen ähnlich. In beiden Ansätzen wird die besondere Wirkung der Begegnung mit dem Pferd genutzt, um Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu unterstützen. Der wesentliche Unterschied liegt jedoch in Zielsetzung, Rahmen und fachlicher Einordnung.
Die pferdegestützte Therapie ist Teil einer therapeutischen Behandlung und verfolgt konkrete therapeutische Ziele. Sie wird von entsprechend ausgebildeten Therapeut im Rahmen ihrer jeweiligen therapeutischen Qualifikation durchgeführt.
Die pferdegestützte Intervention ist hingegen breiter gefasst. Sie findet nicht im Rahmen einer Therapie statt, sondern verfolgt pädagogische, persönlichkeitsentwickelnde, präventive oder unterstützende Ziele. Dabei steht die Förderung von Ressourcen und Kompetenzen sowie die positive Erfahrung in der Begegnung mit dem Pferd im Vordergrund.
Beide Ansätze verbindet die Überzeugung, dass Pferde durch ihre unmittelbare, wertfreie und authentische Art einen besonderen Zugang zum Menschen ermöglichen können.
Kurz gesagt:
Bei der pferdegestützten Therapie steht die therapeutische Behandlung im Vordergrund. Bei der pferdegestützten Intervention steht die individuelle Förderung, Entwicklung und Unterstützung im Mittelpunkt.